Was ist Teleradiologie?

Christoph Agten
Aristra Dot 20. November 2020

Teleradiologie ist ein Teil der Telemedizin. Sie erlaubt die ärztliche Bildanalyse von radiologischen Untersuchungen unabhängig vom Ort der Aufnahme. Dazu gehören Untersuchungsmethoden wie die Magnetresonanztomographie (MRI), die Computertomographie oder klassische Röntgenaufnahmen. Ein Beispiel: Ein Patient erhält seine MRI-Untersuchung in München. Der Facharzt für Radiologie, der diese Aufnahmen analysiert, kann theoretisch an jedem beliebigen Ort auf der Welt sein. Damit das funktioniert, werden die MRI-Bilder vom Scanner über eine verschlüsselte Internetleitung zum Radiologen geschickt. Das gilt im gesamten Text natürlich immer auch für Radiologinnen!

Teleradiologie und die Coronakrise

Die Teleradiologie hat in der Coronakrise an Bedeutung gewonnen. Um das eigene Personal vor einer Coronavirus-Infektion zu schützen, haben Hospitäler und private Röntgeninstitute ihren Radiologen zeitweise Home-Office ermöglicht. Dadurch wurden die sozialen Kontakte reduziert und das Ansteckungsrisiko für die Mitarbeiter minimiert. Arbeiten von zu Hause ist für Radiologen denkbar einfach. Darin unterscheiden sie sich zu den meisten anderen ärztlichen Fachrichtungen, welche auf den Patientenkontakt angewiesen sind.

Die Voraussetzung für das Home-Office war zu Beginn der Coronakrise nicht überall vorhanden. Es bedarf eines speziellen medizinischen Befundungsmonitors, um die Bilder in höchster und standardisierter Qualität anschauen zu können. Solche Monitore sind teuer und die meisten Radiologen hatten vor der Coronakrise keinen solchen Spezialmonitor bei sich zu Hause. Die Befundungsmonitore finden nur langsam Einzug in die heimischen Arbeitsplätze. Vor der Coronakrise war Teleradiologie im deutschsprachigen Raum vor allem auf Nacht- und Wochenenddienste für die Notfalluntersuchungen limitiert. Die Coronakrise hat gezeigt, dass Radiologen auch von zu Hause im normalen Tagesgeschäft effektiv arbeiten können. Die Bereitschaft seitens der Kliniken den eigenen Mitarbeitern Teleradiologie zu ermöglichen, wird vermutlich auch nach der Coronakrise weiterbestehen. In welchem Umfang dies in Zukunft passiert, wird die Zeit zeigen.

Vorteil für die Radiologen

Teleradiologie – Teleradiologe bei der Arbeit
Teleradiologe bei der Arbeit

Viele Radiologen arbeiten gerne von zu Hause. Der 45 Minuten Arbeitsweg entfällt und plötzlich hat man 1.5 Stunden mehr Zeit pro Tag. Gerade wenn Kinder zu Hause warten, ist dies wertvolle Lebenszeit. Durch die örtliche Ungebundenheit, kann ein Radiologe auch in einer Gegend wohnen, wo er sonst keine Arbeitsstelle gefunden hätte. Für abenteuerliche Radiologen besteht auch die Möglichkeit, Teleradiologie aus dem Ausland zu machen. Dies kann zum Beispiel eine Nachtdienstabdeckung für Europa von Australien aus sein. Dies bedeutet aufgrund der Zeitverschiebung, dass in Australien die Radiologen zu normalen Tageszeiten arbeiten können, während sie Nachtdienste in Europa abdecken.

Neben offensichtlichen Vorteilen in der Work-Life-Balance, bietet Teleradiologie aber auch Chancen, dass ein Radiologe sich auf sein Lieblingsgebiet oder seine Spezialität fokussieren kann. Typischerweise muss ein Radiologe vor Ort in einem Hospital oder einer Praxis alle anfallenden Untersuchungen befunden. Dies umfasst das Hirn und das Innenohr, genauso wie zum Beispiel die Leber, das Hüftgelenk und den grossen Zeh. Nur selten kann sich ein Radiologe auf ein Spezialgebiet fokussieren. Das können zum Beispiel das MRI des Hüftgelenks oder der Leber sein. Die Anzahl der Untersuchungen pro Tag ist zu gering für einzelne Bereiche.

Durch das ARISTRA Netzwerk hat ein Teleradiologe plötzlich Zugang zu Aufnahmen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum. Er kann sich ganz seiner Leidenschaft widmen und hochkarätige Befunde in seinem Spezialgebiet liefern. Übung macht auch in der Radiologie den Meister. So sammelt der Teleradiologe in kurzer Zeit ein hohes Mass an Expertise und Erfahrung an. Seine Befunde steigen in ihrer Qualität, wovon Kliniken und Patienten profitieren.

Vorteile für den Patienten

PD Dr. med. Agten informiert eine Patientin über ihren Befund

Typischerweise erhält der Patient den Bericht von der radiologischen Praxis zu der er verwiesen wurde. Welcher Radiologe an diesem Tag Dienst hat, ist dem Zufall überlassen. Leider ist es manchmal Glücksache, ob der befundende Radiologe vor Ort sich wirklich gut auskennt im Krankheitsbild des Patienten. Weder Patienten noch Radiologen können dies vorhersehen. Man hofft einfach.

Bei ARISTRA ist das anders. Unsere Radiologen arbeiten in einem subspezialisierten teleradiologischen Netzwerk. Die Bilder der Patienten werden direkt dem besten dafür zur Verfügung stehenden Radiologen geschickt. So erhält der Patient Zugang zu einem Pool von über 50 subspezialisierten Fachärzten der Radiologie. Diese können sich jeweils auf ihr Spezialgebiet konzentrieren. Neben umfangreicher klinischer Erfahrung besitzen viele unserer Radiologen auch einen akademischen Hintergrund. Zu ihren jeweiligen Themen forschen und publizieren sie in der internationalen Fachpresse. So können sie stets über das aktuellste Wissen in ihrem Fachbereich verfügen.

Unsere moderne Infrastruktur erlaubt es, die Radiologen untereinander zu vernetzen. Sie können sich untereinander schnell und effizient über komplizierte Fälle austauschen und eine Zweitmeinung einholen. Dies geschieht bereits bevor der abschliessende Befund zum Patienten oder zuweisenden Arzt geht.

Die Teleradiologie erlaubt es Radiologen, zuweisenden Ärzten und vor allem den Patienten einen optimalen Befund ihrer radiologischen Untersuchung zu erhalten.

Mehr über die Teleradiologie bei ARISTRA erfahren Sie hier.

Success!

You have successfully booked an appointment.