Long COVID Check-up im MRI

07. April 2022
Autor:innen
Autor:in
Dr. med.
Michael Ho
Facharzt für Radiologie
Experte für periphere Nerven
Dr. med.
Annika Kowoll
Fachärztin für Radiologie und Neurologie
Expertin für Neurologie
Inhaltsverzeichnis
Long COVID kann ganz unterschiedlich Symptome verursachen. Patient:innen mit einem insgesamt leichten Krankheitsverlauf können ebenso vom Post COVID Syndrom betroffen sein wie Patient:innen, die mehrere Wochen auf der Intensivstation verbracht haben. Nach einer COVID-19 Infektion ist es wichtig, die schlimmsten Folgen der Krankheit hinter sich zu lassen und allmählich wieder zurück in den Alltag zu finden. Wer auch nach der ausgestandenen akuten Erkrankung an Beschwerden leidet oder verunsichert ist, sollte eine umfassende MRI-Untersuchung (1) vornehmen lassen. Mithilfe der modernen Radiologie können die Ärzt:innen von ARISTRA Organe nach einer COVID-19 Erkrankung auf strukturelle Schäden hin untersuchen.

Post COVID Check mittels MRI-Untersuchung

Im Fokus einer MRI-Untersuchung nach COVID-19 stehen verschiedene Organe. Hierzu gehören Herz, Nieren und das Gehirn. Auch eine MRI der Nerven kann bei manchen Symptomen sinnvoll sein. Dabei lässt sich anhand der präzisen Aufnahmen abschätzen, ob typische Long COVID Symptome durch Schädigungen an den jeweiligen Organen entstehen. Dieser Schritt dient der Abklärung und ist ein wichtiger Teil der Diagnostik. Die Radiolog:innen bei ARISTRA sind versiert und erfahren. Zudem bietet unseren Patient:innen das Expert:innen Netzwerk Sicherheit. Hier können unsere Radiolog:innen unsichere Befunde diskutieren.
Patient im MRT Gerät mit Ärztin

Long COVID Symptome im MRI

Nicht alle typischen Symptome, die mit einer überstandenen Corona-Erkrankung einhergehen, können im MRI untersucht werden. Einige Beschwerden können jedoch auf Veränderungen zurückgeführt werden, die wir im MRI sehr gut beurteilen können. Hierzu zählen etwa:
  • Engegefühl in der Brust
  • Schmerzen in der Brust
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Neuropathie
  • Sensibilitätsstörungen (Kribbeln in den Gliedmassen)
  • Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen
Gut zu wissen
Nicht immer sorgen Schädigungen der Organe direkt für Beschwerden. Darum sollten auch Patient:innen, die einen leichten Verlauf hatten und nur leichte Einschränkungen haben, einen Post COVID Check-up durchführen lassen.

Welche MRI-Untersuchungen werden durchgeführt?

Je nachdem, welche Einschränkungen vorliegen, führen unsere Radiolog:innen vor Ort unterschiedliche MRI-Untersuchungen durch. Auf diese Weise entsteht Ihr individuell angepasster Post COVID Check.
Herz-MRI nach COVID 19
Beim Herz-MRI können wir feststellen, ob die Corona Infektion Schäden am Herz zurückgelassen hat. Typische Symptome, bei welchen wir das Herz-MRI durchführen, sind etwa Schmerzen in der Brust, Atemnot und ein anhaltendes Engegefühl in der Brust.

In manchen Fällen kann eine Kontrastmittelgabe sinnvoll sein, um die Gefäße besser darzustellen. Das Mittel wird in der Regel intravenös, also über einen kleinen Zugang in die Vene, verabreicht. Anschließend wird das MRI in Rückenlage durchgeführt. Die Untersuchung dauert etwa 30 Minuten. Für nervöse Patient:innen halten unsere Radiolog:innen bei Post COVID Check-ups stets ein Beruhigungsmittel bereit.
Kopf-MRI bei ARISTRA
Eine MRI des Kopf/Gehirns ist für Betroffene, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren und nun an Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Neuropathien, Sensibilitätsstörung, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen leiden, sinnvoll. Bei dieser Behandlung werden gleichzeitig auch die Nasennebenhöhlen sehr gut dargestellt. Leidet ein:e Patient:in zusätzlich an Geruchs- und Geschmacksstörungen können diese Symptome direkt mit abgeklärt werden.

Das MRI findet in Rückenlage statt und dauert im Schnitt 30 Minuten. Dank der hochauflösenden MRI-Bilder können unsere Radiolog:innen abklären, ob nach einer COVID 19 Infektion Schäden im Bereich des Gehirns entstanden sind.
MRI der Nasennebenhöhlen
Ein typisches Symptom der SARS-CoV-2 Infektion ist der Verlust oder die Veränderung des Geschmacks- und Geruchssinns. Diese Beschwerden können sich auch als Long COVID Symptom halten, nachdem die akute Erkrankung ausgestanden ist. Ein MRI der Nasennebenhöhlen kann untersuchen, ob eine strukturelle Schädigung in diesem Bereich vorliegt.

Die MRI der Nasennebenhöhlen dauert 30 Minuten und wird vor Ort in Rückenlage durchgeführt. Wenn notwendig können unsere Radiolog:innen ein leichtes Beruhigungsmittel verabreichen.

Gut zu wissen: Wird ein MRI des Gehirns durchgeführt, ist eine separate Aufnahme der Nasennebenhöhlen in der Regel nicht notwendig, da diese bereits auf den Bildern zu sehen sind.
MRI der Nerven beim Long COVID Check-up
Schädigung der Nerven sind Auslöser für vielerlei Beschwerden. Je nachdem, welche Nervenstränge betroffen sind, treten verschiedene Symptome nach einer Infektion mit dem COVID-19-Virus auf. Häufig sind Neuropathien sowie Sensibilitätsstörungen, also ein unangenehmes Kribbeln in Händen oder Füßen. Auch an Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen können geschädigte Nerven einen Anteil haben.

Die MR Neurographie untersucht mittels hochauflösender Bilder die jeweiligen Nerven. Die Behandlung im MRI-Gerät dauert je nach Länge des Nervenabschnitts bis zu 45 Minuten. Dabei können die Radiolog:innen erkennen, ob etwa eine Verdickung der Nervenwurzeln vorliegt, die für die Sensibilitätsstörungen verantwortlich ist.
Nieren-MRI bei ARISTRA
Corona schädigt in vielen Fällen die Nieren. Viele Patient:innen bemerken die Schädigung nicht sofort oder verwechseln sie mit anderen typischen Post COVID Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Corona-Viren verursachen in der Niere eine Entzündung, die zu so genannte Fibrosen - also kleinen Verwachsungen - führen kann. Im schlimmsten Fall kann die Niere dann nicht mehr richtig arbeiten. Eine Überwachung der Niere (2) ist darum immer sinnvoll.

Hinzu kommen Nierenschädigungen aufgrund der Gabe von verschiedenen Medikamenten bei schweren Krankheitsverläufen. Bei ansonsten gesunden Patient:innen erholt sich die Niere in der Regel von alleine wieder bzw. kann den Schaden kompensieren. Patient:innen mit Vorerkrankungen sollten hier jedoch vorsichtig sein.

Das Nieren-MRI zeigt den Zustand der Niere. Die/der Radiolog:in kann anhand der Aufnahmen abklären, ob eine strukturelle Schädigung der Niere vorliegt und wie ausgeprägt diese ist. Die Untersuchung dauert etwa 30 Minuten und wird bequem in Rückenlage durchgeführt. In manchen Fällen ist der Einsatz eines Kontrastmittels sinnvoll.

Besprechung des Befundes

Direkt nach der Untersuchung besprechen unsere Radiolog:innen vor Ort die Ergebnisse der Untersuchung mit Ihnen. Liegt tatsächlich eine Schädigung vor, vermitteln wir Sie gerne weiter an Spezialisten auf dem jeweiligen Gebiet. Dies sind etwa Ärzt:innen der inneren Medizin bzw. Nephrolog:innen sowie Neurolog:innen oder HNO-Ärzt:innen.
Gut zu wissen
Manche Symptome bessern sich bei Patient:innen von allein wieder. Leider lässt sich hier jedoch noch keine pauschale Aussage treffen. Bestehen strukturelle Schädigungen der Organe kann der Körper diese bis zu einem gewissen Mass verkraften (3). Die genauen Therapien werden dabei immer mit der/dem Expert:in auf dem jeweiligen Fachgebiet besprochen.

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